Hier nun ein anderer Einlieferer: (Kein Gefährlicher, denke ich doch mal)


Gesehen bei Ebay am 10. 11. 2002 Das Bild dazu (zum vergrößern anklicken)
Beschreibung: nach der Nr. 1 die seltenste Sachsen-Marke, TOP-Qualität, sauber gestempelt, !!!Käufer zahlt nur Versandkosten 3 Euro(Übergabeeinschreiben)!!

Ebay Artikel: 1386252592

Jetzt ist Schluss mit Lustig! Wer dümmliche Fälschungen als Echt anbietet wird einmal von mir einmal angeschrieben. Wird die Auktion dann nicht vor dem Ablauf beendet, also storniert, geht ein Antrag auf strafrechtliche Verfolgung zur zuständigen Staatsanwaltschaft!

Was ist also los mit diesem Stück oben? Wir sehen zunächst einen Stempel mit der Zahl "2". Klicken Sie zum Vergrößern. Der Fuß der Ziffer 2 ist schön geschwungen! Schauen wir auf diesen, in Echt massenhaft vorkommenden Stempel (ist von Leipzig) im Original an:

Hier echte Stücke. Der Fuß ist gerade.  Ist es eine Voraussetzung für den Beruf des Fälscher, dass man grottendoof ist?

Jetzt zur Marke. Originale sind im Stichtiefdruck hergestellt. Farbe lauert in vertieften Rillen um auf angefeuchtetes Papier übertragen zu werden. Gerade bei den Sachsenmarken ist der gesamte bedruckte Bereich leicht in der Farbe des Drucks verfärbt. Die Farbe steht, wie erhaben, auf dem Papier. Die oben angeprangerte Fälschung ist in einem Flachdruckverfahren hergestellt. Ich besitze diese grottenblöde Anfängerfälschung ebenfalls massenhaft. Die Marke steckt in vielen Sammlungen als Echt. Es scheint einfach nur ein kleines Kavaliersdelikt zu sein, gutgläubige Sammler brutal zu betrügen und diese leicht erkennbare Anfängerfälschung einfach als Echt anzubieten. Auf Rückfragen bekomme ich dann Antworten wie: "Ich habe keine Ahnung, ob die Marke falsch ist, oder nicht. Ich gehe davon aus, daß sie echt ist, da ich aber kein Prüfer bin, kann ich das natürlich nicht garantieren". Aha!

Das Risiko liegt also beim Bieter, der die Marke kaufen will! Der Verkäufer beruft sich auf Dummheit, Gutgläubigkeit oder sonst etwas.

Liebe grob fahrlässige Betrugsverdächtige! Lest die Ebay Bedingungen. Die Verantwortung für das Einstellen von Artikeln liegt ganz bei Euch!

Links Originalmarke, rechts die Fälschung. Was stimmt nun nicht an der Fälschung? Verblüffende Antwort: nichts stimmt! Falsches Papier, falsche Druckfarbe, falsches Druckverfahren, falsche Zeichnung. Letztere z. B. Halsschraffur bei der Fälschung gerade, beim Original teils diagonal. Dazu kommt natürlich noch ein falscher Stempel!
Zum Vergrößern anklicken. Diese Fälschung sieht aus wie Pappdeckel. Wie kann man 1000 Briefmarkenauktion bei Ebay gemacht haben und diese "Marke" für Echt halten?

Nach meinem erneuten Anschreiben mit Verweis auf diese Seite schreibt der Einlieferer folgenden Nachsatz:

Am 10.10.02 um 20:06:49 MESZ hat der Verkäufer die folgenden Informationen hinzugefügt:

Hallo !! Ich habe gerade von einem Frührentner auf Fuerteventura den Hinweis bekommen, dass die Marke falsch sein soll. Da ich nicht weiß, was ich von dieser Person halten soll, vorsichtshalber Verkauf ohne Gewähr für die Echtheit der Marke !!


Ich versuche es noch einmal damit:

Hallo noch mal Herr K.,

ein netter Versuch mit dem Zusatztext. Das genau vollendet den Betrug. Sie wissen nun, dass die Marke falsch ist. Die Gebote, die ja vorher für ein echtes Topstück abgegeben wurden, haben Sie ja nicht gelöscht.

Schade

Mit freundlichen Grüßen aus Teneriffa

Die Antwort darauf:

Mein lieber Herr Kraft !! Sind sie etwa der BPP-Prüfer für Sachsen-Marken ??? Sie möchten es vielleicht gerne sein, aber wahrscheinlich fehlt ihnen die fachliche Kompetenz dafür !!Ihre Ausführungen sind ja wirklich sehr amüsant, aber mehr auch nicht !! Ich hoffe, daß sie mich jetzt nicht weiter mit irgendwelchen Mails belästigen(sie scheinen ja nichts weiter zu tun zu haben, als den ganzen Tag im "Netz" herumzuhängen !!

Mein Kommentar: Um diese Kasperlefälschung zu entlarven muss man kein Bundesprüfer sein. Ich möchte nur in Ruhe bei Ebay einkaufen ohne ständig auf primitive Fälschungen zu stoßen. Das zerstört den Markplatz Ebay in Bezug auf Briefmarken. Den Schriftwechsel mit Herr K. beende ich. Ich respektiere seinen Wunsch natürlich. Jetzt spricht der Staatsanwalt. Die Angriffe auf meine Person stören mich nicht weiter, zeigen Sie doch ein seelisches Spiegelbild des Verfassers.

Hier noch eine öffentliche Antwort: Ein wenig schärfer hätten die beleidigenden und persönlichen Angriffe gegen mich schon noch formuliert sein dürfen. Ich sichere Ihnen hiermit zu, dass ich Sie nicht wegen Beleidigung verklagen werde. Also schreiben Sie sich Ihren Frust von der Leber. Mein Email Postfach ist geöffnet.

Herr K. hat dann doch noch einmal und sehr nett geschrieben:
Hallo Herr Kraft !! Vielen Dank für ihre ausführlichen Erläuterungen !!Sie haben in Bezug auf die Saar-Madonna natürlich recht !! Die Marke ist einwandfrei und echt, das kann man selbst auf dem Bild erkennen !! Ich wollte sie nur etwas provozieren, da ich mich anfangs etwas aufgeregt habe, dass sie sogar meinen Namen auf ihrer Webseite erwähnen und mich praktisch als "saudoofen Fälscher" hinstellen. Tatsache ist, dass ich von einem älteren Sammler eine große Altdeutschland-Sammlung überlassen bekommen habe und diese jetzt bei Ebay verkaufe. Wenn sie meine Beurteilen nachlesen, können sie feststellen, dass ich Altdeutschland -Marken bisher so gut wie nie verkauft habe, da ich von diesem Gebiet wirklich keine Ahnung habe (ich interessiere mich eigentlich nur für deutsches Reich und Deutschland ab 1945, im besonderen Saargebiet/Saarland, da meine Frau aus dem Saarland stammt)!! Dieses habe ich daher auch ausdrücklich bei meinen Angeboten erwähnt !!Also nichts für ungut und Viele Grüße nach Teneriffa !!